Motopädagogisches Reiten

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Motopädagogische Reittherapie



Pferde und Ponys üben insbesondere auf Kinder und Jugendliche eine große Anziehungskraft aus, die in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit nutzbar gemacht werden kann.

Während in den Reitvereinen der sportliche Aspekt im Vordergrund steht, liegt die übergeordnete Zielsetzung auf unserem Mühlenbachhof darin, interessierten Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter in einer zwanglosen und angstfreien Atmosphäre den Kontak zu unseren Ponys und Pferden zu ermöglichen. Dabei wird der alltägliche Umgang mit unseren Vierbeinern, das Fühlen und Beobachten, das Erleben der Haltung sowie das Eingebundensein in die Versorgung und Pflege als gleichrangig neben dem Reiten an sich gesehen - und ist ohne Beziehungsaufbau zu unseren Ponys und Pferden nicht vorstellbar.

Die Idee unseres Hofkonzeptes basiert auf drei Säulen, deren Inhalte sich teilweise überschneiden:

               1. Western-Horsemanship


               2. Therapeutisches Reiten


               3. Motopädagogik








Unsere Pferde und Ponys

Wer sich mit Pferden beschäftigt bzw. Pferde hält, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen. So respektieren wir unsere Vierbeiner als Partner mit ihren individuellen Fähigkeiten und sehen in ihnen keine Sportgeräte.

Unsere Pferde und Ponys erhalten ihre Grundausbildung an der Hand und unter dem Sattel nach den Prinzipien der Westernreitweise. Das Ursprungsland der Westernreitweise sind die USA: Voraussetzung für die Arbeit der Cowboys sind gehorsame Pferde, die auf leichteste Hilfen reagieren, einhändig geritten werden können und selbständig bei der Rinderarbeit handeln und mitdenken können.
Umgänglichkeit und Verlässlichkeit werden als die zwei Schlüsselbegriffe verstanden, die die Faszination Westernreiten erklären. Beides ist ohne Vertrauen der Pferde in die Menschen, die täglich mit ihnen umgehen, nicht möglich.





Der Einsatz von Pferden in der Motopädagogik

Die Entwicklung der Motorik ist für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen von entscheidender Bedeutung. Der Mensch erwirbt die Fähigkeit zu handeln und kann seine Persönlichkeit entfalten. Die Motopädagogik, einer der Arbeitsbereiche der Motologie, beinhaltet das Konzept einer ganzheitlichen Erziehung und Persönlichkeitsbildung über motorische Lernprozesse, durch die eine weitgehend selbständige Handlungsfähigkeit erworben werden soll. Dies wird erreicht durch den Aufbau von  


Ich-Kompetenz,
d.h. sich und seinen Körper wahrzunehmen, zu erfahren und mit ihm umzugehen;





Sachkompetenz,
d.h. die materiale Umwelt wahrnehmen, zu erleben, zu verstehen und mit ihr umzugehen;





Sozialkompetenz,
d.h. die soziale Umwelt wahrzunehmen, zu erleben und in/mit ihr umzugehen.





Wie eingangs bereits gesagt, üben Pferde und Ponys auf die meisten Kinder eine große Anziehungskraft aus und motivieren zu einem intensiven Kontakt. So bietet der Einsatz von Pferden in der Motopädagogik neben dem Erlebnisaspekt zahlreiche Möglichkeiten und Chancen für Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen.

Allein schon durch das Sitzen auf dem Pferd werden Gleichgewichts-, Berührungs- und Tiefenwahrnehmung angesprochen und das Reaktionsvermögen geschult bzw. verbessert. Durch das sich fortbewegende Pferd werden Erfahrungen im Bereich der Körper- und Raumorientierung gesammelt.


Mögliche Ziele der motopädagogischen Reittherapie bzw. Kinderreitstunde können sein:

                       >>> Steigerung von Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit
                       >>> Schulung von Gleichgewichtssinn und Koordination
                       >>> Verbesserung der Beweglichkeit und Geschicklichkeit
                       >>> Lösung von Fixierungen
                       >>> Verbesserung von Haltungsschwächen
                       >>> Schulung der Sinneswahrnehmung
                       >>> Eingeständnis, Überwindung und Abbau von Ängsten
                       >>> Rücksichtnahme auf sich selbst, auf andere und das Pferd
  >>> Stärkung des Selbstwertgefühls, des Körperbewusstseins und des Selbstvertrauens
                       >>> Entwicklung von Eigeninitiative und Kreativität
                       >>> Aufbau von Verantwortungsbewusstsein
                       >>> Erhöhung der Frustrationstoleranz
                       >>> Förderung der Sprachentwicklung
                       >>> Anerkennen und Einhalten gemeinsam erstellter Regeln
                       >>> Anerkennung der Leistung anderer
                       >>> Eingliederung der Ich-Ansprüche in das Gruppengeschehen
                       >>> Bewältigung von Kommunikationsproblematiken
                       >>> Abbau aggressiver Verhaltensweisen
                       >>> Förderung von Durchhaltevermögen
                       >>> Entwicklung von Selbständigkeit
                       >>> Helfen und Hilfe annehmen





Motopädagogisches Kinderreiten

Das motopädagogische Kinderreiten umfasst drei nach Alter gestaffelte Angebote in Kleingruppen - pro Gruppe reiten maximal 4 Kinder, die sich jeweils zu zweit ein Pony teilen. Ich werde dabei von einer Helferin aus meinem Team unterstützt.
Die Kinderreitstunden sind als integrative Gruppenstunden konzipiert, d.h. sie richten sich zum einen an Kinder, die durch das motopädagogische Reiten gefördert werden sollen (s.o.), und zum anderen an Kinder, die einen alters- und entwicklungsangepassten Einstieg in den Reitsport suchen:
In den motopädagogischen Kinderreitstunden werden die Voraussetzungen für das spätere Reitenlernen geschaffen: das Pferd bzw. Pony wird in undogmatischer, spielerischer Weise in seinen vielen Facetten kennengelernt, denn die spätere Losgelassenheit auf dem Pferderücken basiert auf Vertrauen und Vertrautheit.
Desweiteren werden die motorischen Fähigkeiten der Kinder weiterentwickelt und ausdifferenziert, weil der Mensch für die reiterliche Harmonie in der Lage sein muss, sich den Bewegungen seines Pferdes anzupassen und zum anderen die reiterlichen Hilfen in angemessener Dosierung und im richtigen Zusammenspiel der einzelnen Bewegungssequenzen an das Pferd weiterzugeben.





Motopädagogische Reittherapie

Die motopädagogische Reittherapie richtet sich an Jugendliche oder Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die nicht mehr sinnvoll in den Kinderreitstunden beeinflusst werden können bzw. die als ersten Einstieg eine intensivere Betreuung in Einzel- oder Partnerstunden benötigen.